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In Tiefer Trauer

Helmut Grill
Wir trauen um Helmut Grill, der am 15. Juli 2026 im Alter von 89 Jahren in Salzburg verstorben ist. Zusammen mit seiner Frau Meisi hat er unser Projekt eines Hauses für den Humor in München lange Jahre unterstützt und war die Keimzelle dafür. Vor vielen Jahrzehnten eröffneten Meisi und Helmut Grill in der Wurzerstraße beim Hotel Vier Jahreszeiten den extravaganten Laden Etcetera, wo sich die Kunstszene gern traf – zwischen satirischen und humorvollen Bildern und Kultobjekten und zu extravaganten Festen. Bald folgte die Galerie der Zeichner in der Villa Stuck, die 1987 ins Etcetera einzog, weil die Stadt München die Villa Stuck übernommen hatte. Das Etcetera, von André Heller „Spezialitätenhandlung“ genannt, gab es bis 2012, von 2004 bis 2012 war die Galerie der Zeichner in der Herzog-Rudolf-Straße beheimatet.
Danach gründeten Meisi und Helmut Grill mit weiteren Mitstreitern den Verein „Komische Pinakothek“ – der Name war ein Vorschlag von Loriot. Viele Künstlerinnen und Künstler waren weiter oder neu dabei: neben Loriot etwa Rudi Hurzlmeier, Gerhard Haderer, Pepsch Gottscheber, Luis Murschetz, Paul Flora, Quint Buchholz, Tomi Ungerer und viele mehr.
Gemeinsam mit Gerhard und Christine Polt, Rudi Hurzlmeier, Claudia und Yussof Knauss und anderen entstand die Idee, Humor und Satire auf eine breitere Basis zu stellen, um allen Facetten des Humors und ihren Erschaffern eine Heimat zu geben – also auch anderen Sparten, wie Film, Musik, Kabarett und Politik. Der Verein wurde in Forum Humor und komische Kunst e. V.“ umbenannt. Im Münchner Schlachthof fand man die sanierungsbedürftige Viehmarktbank, die eine neue Heimat für den Humor werden sollte. Unser Projekt schaffte es in den Koalitionsvertrag der Stadtregierung 2020–2026. Ein Investor war gefunden, die Pläne fertig. Doch nach der Corona-Pandemie war Schluss, die Stadt stellte sich quer. Meisi und Helmut Grill gaben ihre umfangreiche Sammlung satirischer Werke ans Karikaturenmuseum Krems. Dort haben sie eine gute Heimat gefunden und werden immer wieder gezeigt.
Wir sind Helmut Grill und seiner Frau Meisi zutiefst dankbar für ihre Initiative und das Herzblut, das sie in unser Projekt gesteckt haben. Mit Meisi Grill trauern wir um einen Menschen, für den Humor und Heiterkeit Lebenszweck waren.